Ausstellung: Tragödie der Freiheit – Revolution und Krieg in Spanien 1936 – 39, Fragmente

Datum/Zeit
Date(s) - 04/09/2026 - 27/09/2026
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Zeit: 4.9. – 27.9. 2026. Geöffnet jeweils Donnerstag bis Sonntag, 15 bis 20 Uhr

Ort: Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin, Foyer des Robert-Havemann-Saals, sowie im Hofbereich (Zitat-Installation)

Am 17./18. Juli 1936 putschten faschistische und rechtsgerichtete Teile des spanischen Militärs gegen die seit 1931 bestehende Republik. Unter dem Befehl von General Franco begannen diese, zusammen mit Monarchisten und der reaktionären katholischen Kirche, mit umfangreicher militärischer und finanzieller Hilfe der faschistischen Staaten Italien und Deutschland und dem passiven Zuschauen der Weltwirtschaft und der meisten bürgerlichen Regierungen, den so genannten „Spanische Krieg“, als finalem und konterrevolutionärem Akt gegen Republik und Revolution in Spanien.

Der Krieg dauerte von 1936 bis 1939 und endete mit einem grausamen, blutigen und militärischen Sieg der spanischen Faschisten. Darauf folgten in Spanien Jahrzehnte der Dunkelheit, der Unterdrückung, der Folter und des Mordes. Nach dem Tod Francos wurde die Diktatur zwar offiziell beendet. Doch statt Aufarbeitung, Anklage und Sühne trat als Doktrin der neuen „demokratischen“ Regierenden in Spanien das Leugnen, Verschweigen und Vergessen. Der Mantel des Schweigens wurde für diesen dunklen Teil der spanischen Geschichte ein wichtiger Bestandteil der so genannten Transition, also der Übergangsphase vom Franquismus zu einer parlamentarischen Monarchie. Und während die DDR sich der Erinnerung an den Spanienkrieg für ihre antifaschistische und staatliche Legitimation bemächtigte, wurden in der BRD die antifaschistischen Spanien-Freiwilligen als „Rotspanienkämpfer“ diffamiert, und die Söldner der „Legion Condor“ dagegen hofiert, mit Rentenzahlungen bedacht und als Vorbild der Bundeswehr tradiert.

Anlässlich des 90. Jahrestages zeigen wir die 2016 von einer Ausstellungsgruppe um die Redaktion der Zeitschrift „telegraph“, die Bibliothek der Freien, das Prometheus Antiquariat und von Einzelpersonen erarbeitete Ausstellung. Unterstützt wurde das Entstehen damals wie heute vom Hausverein im Haus der Demokratie und Menschenrechte.

Die Ausstellung „Tragödie der Freiheit“ – Revolution und Krieg in Spanien 1936–39. Fragmente. verfolgt nicht das Ziel, die komplexen Ereignisse in Gänze dazustellen, und sie verfolgt auch nicht eine bestimmte Frage oder These. Die Ausstellung ist gedacht als „offene“ Form, die Sichtweisen und Fragmente präsentiert, damit sich die BesucherInnen ein eigenes Bild machen.
Ihr Hauptteil besteht aus individuell erarbeiten Einzelaspekten. Vorangestellt ist eine Einführung, die Ereignisse und Tendenzen benennt und in Beziehung setzt, und in manchem auch auf in der Ausstellung nicht weiter Thematisiertes verweist. Ein weiterer Teil, der sich im Hofdurchgang befindet, öffnet mit einer Sammlung von Zitaten einen gedanklichen Raum von Perspektiven und Bewertungen. Geschichte muss immer neu rekonstruiert und angeeignet werden, individuell und kollektiv, wozu auch das Veranstaltungsprogramm beitragen soll.