Oskar Maria Graf. Ein bayerischer Anarchist mit Herz

Datum/Zeit
Date(s) - 20/04/2001
20:00 - 22:00

Veranstaltungsort
Bibliothek der Freien im Haus der Demokratie

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Im Jahre 1911 flüchtet der 17jährige Bäckerlehrling Oskar Maria Graf vor den unmenschlichen Arbeitsbedingungen seiner dörflichen Heimat in die Kulturmetropole München. Bittere Not und verzweifelter Überlebenskampf, literarischer Expressionismus, anarchistische Bohème, antimilitaristische Verweigerung im Ersten Weltkrieg, Revolution und Räte-Republik in Bayern – diesen existentiellen Erfahrungen verschafft Graf in seinem umfangreichen Werk schrifstellerischen Ausdruck und liefert damit einen der bedeutendsten Beiträge zur deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts:

»Ich war nie Parteisozialist und habe mir nicht erst von marxistischen Schriftgelehrten sagen lassen müssen, was Sozialismus ist. Mir ist – um mit Gorki zu reden – mein Sozialismus von Kind an auf den Rücken geprügelt worden’. Das hat mich – nicht etwa aus einem inneren Wagnis, sondern gleichsam instinktiv und zwangsläufig – zum Rebellen gemacht … «