Gerhard Bauer: Anarchismus im Leben und Werk Tolstois. Ein Streifzug

Datum/Zeit
Date(s) - 27/02/2015
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Veranstaltungsort
Bibliothek der Freien im Haus der Demokratie

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Die äußerliche Etikettierung »Anarchist« passt bei unserem Autor leider gar nicht – dennoch kreiste sein Denken und Schreiben um die Gewinnung von Selbständigkeit. Er selbst hatte Militärdienst geleistet; später wünschte er sich, dass kein Mensch mehr dienen müsse. Keine Steuern! Wenn Leute was glauben (wollen), dann ist das bitt-schön ihre Sache, aber bitte ohne kirchliche Anleitung. Widerstand? Wo es lohnt, wo genügend freie Menschen zusammenkommen. Jeder stehe für sich ein, ob Graf oder Knecht. So komisch konnte es in seinem Heiligen Russland zugehen. Eine Lehre gibt es nicht. Wenn Leute ihn unbedingt zum Vorbild erheben müssen, ist das ihre Sache. Er hat viel geschrieben – dummes Zeug! Der ›Vaterländische Krieg‹ gegen Napoleon dient zum Lehrstück: Keiner gewinnt irgendeinen Durchblick. Höchstens was ein Knecht zu sagen hat, könnte ein paar Worte wert sein: »Ob es ihm dort, wo er nach diesem wirklichen Tod erwachte, besser oder schlechter erging? – Das werden wir alle bald erfahren.« (Vortrag und Diskussion)