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Rückblick auf die Veranstaltungen der Bibliothek der Freien im Jahr 2015

Foto von Cornelius Castoriadis
23. Januar 2015

Bo. Krämer: »Wollt ihr Kommunisten bleiben oder Revolutionäre sein«?!

Eine kurze Einführung in das libertäre Denken von Cornelius Castoriadis

Das Referat versucht die Entwicklung von Castoriadis in ihrer Gesamtheit in den Blick zu nehmen: Das von ihm verfolgte »Revolutionäre Projekt« hat einen Transformationsprozess seines Denkens in Gang gesetzt, der in dem libertären Entwurf einer »Autonomen Gesellschaft« ohne Herrschaft und Hierarchie mündete. Mit Hilfe wissenssoziologischer Methoden wird die hier umrissene libertäre Wissensentwicklung verständlich nachgezeichnet. (Vortrag und Diskussion)

31. Januar 2015
Logo zu die Eroberung des Brotes

Die Eroberung des Brotes. Dezentrale und ökosoziale Landwirtschaft heute

Vortrag und Filmvorführung: ›Über den Tellerrand. Ernährungssouveränität in Zeiten des Klimawandels‹

Kropotkins Werk ›Die Eroberung des Brotes‹ ist nicht nur ein Klassiker des kommunistischen Anarchismus, sondern liefert auch Beiträge zur Beantwortung aktueller Fragestellungen: Zwischen den Sehnsüchten und Forderungen von Zapatistas, Landlosenbewegungen usw. und den Ideen Kropotkins besteht ein überraschender Zusammenhang, der in dem Vortrag herausgearbeitet werden soll. Im anschließenden Film ›Über den Tellerrand‹ wird am Beispiel von Bangladesch die Situation moderner agrarischer Emanzipationsbewegungen aufgezeigt: Nicht nur durch die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels und die Kapitalisierung des Agrarsektors sind die Lebensgrundlagen von Kleinbäuerinnen und -bauern in Bangladesch bedroht, sondern auch durch Saatgut- und Chemiekonzerne wie Bayer, die Millionengewinne erzielen und kontaminierte Ackerböden und verschuldete Farmer zurücklassen. Kleinbäuerliche Bewegungen besetzen daher Land und bewirtschaften es in Eigenregie. Sie fordern Ernährungssouveränität, also selbstbestimmte Agrarproduktion und Landumverteilung. (Vortrag, Filmvorführung und Diskussion)

6. Februar 2015

Olaf Briese: Aufklärerischer Anarchismus

Die verdrängte Tradition des 18. Jahrhunderts

Dem, was man als Anarchismusverdikt bzw. als Anarchismusverdrängung bezeichnen kann, ist es geschuldet, dass die breite anarchistische Tradition innerhalb der deutschen Aufklärung heute weitgehend vergessen ist. Auch eine ›demokatisierende‹ Lesart, die die generelle aufklärerische Staatskritik auf das Format einer Absolutismuskritik schrumpfen ließ, trug dazu bei. Der Vortrag umreißt in einem ersten Teil Hauptlinien des anarchistischen Denkens der deutschen Aufklärung (Naturrecht, Diskurs über »Gute Wilde«, Staatsromane). In einem zweiten Teil widmet er sich einer originellen literarisch-anarchistischen Nordamerika-Utopie: David Christoph Seybolds Roman ›Reitzenstein. Die Geschichte eines deutschen Offiziers‹ (1778/79). (Vortrag und Diskussion)

Mousecursor auf dem Kinder sitzen (Bild mit invertierten Farben)
20. Februar 2015

Nicht für Google, Facebook oder NSA, sondern für unser Leben surfen wir

In der »Reihe zur libertären Medienkompetenz«

Wie kann zwischen und trotz umfassender Überwachung, uns algorithmisch zum leichten Konsum vorgesetzter Information und im pausenlosen Echtzeitstrom der Social Media nach permanenter Aufmerksamkeit verlangenden Kommunikation eine anarchistische Internetnutzung aussehen? Möglichkeiten eines kritischen und emanzipatorischen Umgangs mit digitalen Medien bei Informierung, Kommunikation und Organisierung sollen dafür vorgestellt und diskutiert werden. (Vortrag und Diskussion)

Porträt Tolstojs von Iwan Kramskoi (1873)
27. Februar 2015

Gerhard Bauer: Anarchismus im Leben und Werk Tolstois. Ein Streifzug

Die äußerliche Etikettierung »Anarchist« passt bei unserem Autor leider gar nicht – dennoch kreiste sein Denken und Schreiben um die Gewinnung von Selbständigkeit. Er selbst hatte Militärdienst geleistet; später wünschte er sich, dass kein Mensch mehr dienen müsse. Keine Steuern! Wenn Leute was glauben (wollen), dann ist das bitt-schön ihre Sache, aber bitte ohne kirchliche Anleitung. Widerstand? Wo es lohnt, wo genügend freie Menschen zusammenkommen. Jeder stehe für sich ein, ob Graf oder Knecht. So komisch konnte es in seinem Heiligen Russland zugehen. Eine Lehre gibt es nicht. Wenn Leute ihn unbedingt zum Vorbild erheben müssen, ist das ihre Sache. Er hat viel geschrieben – dummes Zeug! Der ›Vaterländische Krieg‹ gegen Napoleon dient zum Lehrstück: Keiner gewinnt irgendeinen Durchblick. Höchstens was ein Knecht zu sagen hat, könnte ein paar Worte wert sein: »Ob es ihm dort, wo er nach diesem wirklichen Tod erwachte, besser oder schlechter erging? – Das werden wir alle bald erfahren.« (Vortrag und Diskussion)

die Belegschaft des Hotel B.A.U.E.N. sitze am Tisch das Hotel B.A.U.E.N. von aussen
6. März 2015

Nosotros del B.A.U.E.N.

Großhotel in Arbeiterhand im Zentrum von Buenos Aires

Für die Fußball-Weltmeisterschaft 1978 mit staatlichen Krediten erbaut, galt das B.A.U.E.N. einst als Luxushotel. Im Zuge des argentinischen Staatsbankrotts 2001 gingen die ehemaligen Besitzer des Hotels pleite, die gesamte Belegschaft wurde entlassen und das Hotel geschlossen. Daraufhin ergriffen die ArbeiterInnen selbst die Initiative, besetzten das Hotel und betreiben es nun seit 11 Jahren als Kooperative.

Der Dokumentarfilm zeichnet anhand der Geschehnisse um das Hotel Argentiniens jüngste Geschichte nach – von der Militärdiktatur, über die neoliberale Politik der 1990er bis zur Staatskrise und ihren Folgen. Die 130 HotelbesitzerInnen werden in ihrem Arbeitsalltag begleitet, inklusive juristischer und politischer Kämpfe, und äußern sich zu den Herausforderungen und Chancen der Selbstverwaltung ihres Betriebes.

Die Instandbesetzung des B.A.U.E.N. gilt als bemerkenswertes Beispiel für die emanzipatorischen Aktionen von ArbeiternInnen infolge der argentinischen Staatskrise. Das einzigartige Engagement seiner BesitzerInnen ermutigt zur Nachahmung. (Filmvorführung und Diskussion)

Für die kostenlose Bereitstellung danken wir Dynamo Production. Regie: Didier Zyserman, Frankreich 2010, 95 Min, span. OV, dt. UT.

Buchcover: Stalins Nomaden von Robert Kindler
10. April 2015

Robert Kindler: Stalins Nomaden

Der sowjetische Terror gegen die Völker Kasachstans in den 1930er Jahren. Buchvorstellung durch den Autor

In Stalins Sowjetunion durfte es keine Nomaden geben: Sie wurden als rückständig diffamiert, vor allem aber waren sie politisch und ökonomisch schwer zu kontrollieren und entzogen sich damit dem Herrschaftsanspruch des kommunistischen Parteiapparats. Deshalb begannen die Bolschewiki Ende der 1920er Jahre damit, die multiethnische Bevölkerung Kasachstans mittels Sesshaftmachung und Kollektivierung, also durch Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen zu unterwerfen. Auf Befehl Stalins wurden die 4,5 Millionen kasachischen Nomaden gezwungen, Häuser zu bauen, Ackerbau zu treiben und festgelegte Quoten an Getreide abzuliefern. Die Viehherden mussten verkauft werden oder wurden gleich beschlagnahmt. Nach vier Jahren Kollektivierung waren fast 90 Prozent der kasachischen Viehherden verendet oder abtransportiert, die Ökonomie der Steppe brach zusammen, der Hungergenozid begann. Wer das geforderte Getreide nicht liefern konnte oder sonst als verdächtig galt, war darüber hinaus staatlichen Terrormaßnahmen ausgesetzt. Historiker schätzen, dass mehr als 1,5 Millionen Menschen in Kasachstan dem Hunger- oder Terror-Regime zum Opfer fielen. (Buchvorstellung und Diskussion)

Robert Kindler: Stalins Nomaden. Herrschaft und Hunger in Kasachstan. Hamburger Edition, Hamburg 2014, 381 S., 28 EUR, ISBN 978-3-86854-277-6

Buchcover: Die Austreibung des armenischen Volkes in die Wüste von Armin T. Wegner
24. April 2015

Armin T. Wegner (1886-1978)

Pazifist, Anarchist, Zeuge des Genozids an den Armeniern

Im Ersten Weltkrieg leistete Armin T. Wegner zunächst Dienst als Krankenpfleger. 1916 kam er als Sanitätsoffizier nach Ost-Anatolien, wo er Augenzeuge des Völkermords an den Armeniern wurde. Das Geschehen hat er fotografisch und literarisch festgehalten und versuchte damit das Bewußtsein der Weltöffentlichkeit wachzurütteln. Während der Revolution von 1918/19 beteiligte er sich an Kurt Hillers ›Politischem Rat geistiger Arbeiter‹ und in der ›Gruppe revolutionärer Pazifisten‹. Seine flammenden Kampfartikel gegen soziale und politische Mißstände, gegen Kapitalismus, Ausbeutung und Krieg erschienen 1921 gesammelt unter dem Titel »Der Ankläger – Aufrufe zur Revolution« im Verlag ›Der Syndikalist‹. Sein Eintreten für alle Verfolgten gegen jede Art politischer Gewaltherrschaft brachte ihn später auf Konfrontationskurs sowohl mit der Sowjetunion als auch mit Nazi-Deutschland. Im Vortrag wird Armin T. Wegners Augenzeugenbericht »Die Austreibung des armenischen Volkes in die Wüste« vorgestellt und sein politischer Lebensweg nachgezeichnet. (Vortrag mit Diskussion)

Armin T. Wegner: Die Austreibung des armenischen Volkes in die Wüste. Hrsg. von Andreas Meier. Wallstein Verlag, Göttingen 2011, 215 S., 103 Abb., 24 EUR, ISBN 978-3-89244-800-6

Buchcover: 'Die Häuser denen, die drin wohnen!' Kleine Geschichte der Häuserkämpfe in Deutschland von amantine
Freitag, 22. Mai 2015, 19.00 Uhr

Stadtluft macht frei!?

Kleine Geschichte des Berliner Häuserkampfs

Per Film und Buchvorstellung werden im Rahmen der Veranstaltung die Motive und politischen Ziele der BesetzerInnen dargestellt. Einen Schwerpunkt bilden die dabei entwickelten emanzipatorischen Lebensformen. (Filmvorführung und Buchvorstellung mit Diskussion)

amantine: »Die Häuser denen, die drin wohnen!« Kleine Geschichte der Häuserkämpfe in Deutschland. Unrast Verlag, Münster 2012, 88 S., 7.80 EUR, ISBN 978-3-89771-115-0

Freitag, 12. Juni 2015, 19.00 Uhr

Anatole Lucet: Zur Rezeption Gustav Landauers in Frankreich

Schon Gustav Landauer selbst bedauerte die geringe Verbreitung seiner Auffassungen außerhalb Deutschlands. Ein Jahrhundert später ist die Lage in Frankreich kaum besser. Der größere Teil seiner Texte bleibt unverfügbar, und vereinzelten Studien gelingt es oft nicht, die Komplexität seines politisch-philosophischen Beitrags zu vermitteln. Vergangene und gegenwärtige Richtungen der schwierigen französischen Rezeption werden analysiert und diskutiert. (Vortrag mit Diskussion)

Samstag, 20. Juni 2015, 12.00 Uhr

Anarchismus. Ein Einführungs-Workshop mit befreiendem Anspruch

»Es gibt keine Alternative«, behaupten die Herrschenden – wir dagegen sehen eine solche im Anarchismus und möchten die Aktualität dieses emanzipatorischen Gesellschaftsentwurfs aufzeigen. Auf der Suche nach gerechten und selbstbestimmten Lebensformen wollen wir mit euch zusammen über verschiedene Zugänge ein plurales Verständnis von Anarchismus erarbeiten.

Anmeldung per E-Mail bis 31. Mai: anarchismus_workshop@bibliothekderfreien.de. Die organisatorischen Details werden mit der Anmeldebestätigung übersandt.

Freitag, 26. Juni 2015, 19.00 Uhr

Eva von Redecker: Die stille Revolution Gustav Landauers

In einem Brief an einen Freund bekannte Gustav Landauer einmal auf die Frage nach dem ihm Wichtigsten hin: »das Unheroische, das ganz Stille, Schlichte, Geräuschlose, der Beginn der rechten Wirtschaft. (...) Die heroische Lebensauffassung erwächst auf einer Lüge«. Der Vortrag wird die in dieser Formulierung umrissene Revolutionskonzeption rekonstruieren. Sie verdankt sich, wie zu zeigen sein wird, einer dreifachen Kritik, die Landauer um die vorige Jahrhundertwende an Politik und Revolutionsbegriff der Sozialdemokrat*innen und Kommunis*innen übte. Landauer weist nämlich nicht nur die den orthodoxen Marxismus prägende Vorstellung einer teleologischen Geschichtsentwicklung zurück, sondern auch die Hoffnung auf einen spontanen, ereignishaften Umbruch. Hinzu tritt eine Abwendung von »heroischen« Politikformen, die er sowohl in kriegerischen wie märtyrerhaften Akten ausmacht. Positiv ergibt sich daraus eine Situierung der revolutionären Praxis im Alltagsgeschehen, wie sie auch feministische Strategien und die anarchistische »präfigurative Politik« insgesamt prägt. (Vortrag mit Diskussion)

Gaidao Logo
Freitag, 10. Juli 2015, 19.00 Uhr

Die anarchistische Monatszeitschrift Gai Dao der Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen

›Gai Dao‹ ist die Monatszeitschrift der Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA) und bietet bereits seit über 50 Ausgaben einen monatichen Querschnitt von Theorie und Praxis der anarchistischen und ihr nahestehender Bewegungen auf lokaler und internationaler Ebene. Mitarbeiter*innen stellen Inhalt und Arbeitsweise der Zeitschrift vor und informieren über die FdA/IFA. (Vortrag und Diskussion)

Freitag, 24. Juli 2015, 19.00 Uhr

Schauprozesse in Osteuropa 1948-1954

Innerparteiliche Säuberungen und politische Schauprozesse zählten zu den zentralen Terror- und Herrschaftsinstrumenten des Stalinismus. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam dieses Instrument in den osteuropäischen Ländern zur Anwendung, um die ›Sowjetisierung‹ der »befreiten Länder« rasch voranzutreiben und ihre Unterwerfung unter die Befehlsgewalt Stalins zu zementieren. Zugleich bot es den aus dem Moskauer Exil zurückgekehrten kommunistischen Parteiführern die Möglichkeit, konkurrierende Gruppen innerhalb des Parteiapparates und jedwede Opposition auszuschalten. Ein großer Teil der Opfer waren Parteimitglieder, die die Nazi-Okkupation oder die Vernichtungslager überlebt hatten. Einen Höhepunkt erreichte die Repressions-Welle beim Slánský-Prozess im November 1952 in Prag, bei dem die Anklage unter anderem auf »Zionismus« lautete, worunter die Ankläger das »Weltjudentum« verstanden. Drehbuch und Verlauf des Slánský-Prozesses dienten zugleich der Vorbereitung von Verfahren mit antisemitischer Tendenz in Rumänien, Polen und der DDR. (Vortrag mit Diskussion)

Buchcover: Libertalia - die utopische Piratenrepublik von Daniel Defoe
Freitag, 18. September 2015, 19:00 Uhr

Helge Meves: Libertalia - die utopische Piratenrepublik

Vorstellung einer Neuerscheinung

Jeder kennt die Welt der Piraten als abenteuerliches Universum aus Holzbein, Säbelkampf und Totenkopfflagge - verwegene Gestalten schillernd zwischen edlen Helden und brutalen Räubern. Doch nur wenige wissen, dass viele Seeräuber radikaldemokratische, auf Freiheit und Gleichheit zielende Ideen vertraten. Diese spiegeln sich auch in Daniel Defoes 1728 erschienenem Bericht über die Piratenrepublik Libertalia auf Madagaskar wider, der jetzt in deutscher Erstausgabe vorliegt. Im Anschluss an eine Lesung aus der Neuerscheinung skizziert der Herausgeber das in Kunst und Literatur widersprüchlich überlieferte Verständnis der Piraten als Sozialrebellen, als gewöhnliche Kriminelle oder als Anarchisten mit Verfassung. (Buchvorstellung durch den Herausgeber)
Daniel Defoe: Libertalia - die utopische Piratenrepublik. Hrsg. von Helge Meves. Matthes & Seitz, Berlin 2015, 238 S., 22,90 EUR, ISBN 978-3-95757-000-0

Buchcover: Schwarz-Rot-Buch von Gruppe Deutsche Anarcho-Syndikalisten Buchcover: Staatlichkeit und Anarchie von Michael Bakunin
Samstag, 17. Oktober 2015

Subversive Schätze

Ein Workshop über hochkarätige anarchistische Bücher

Die anarchistische Literatur ist eine unermeßliche Inspirationsquelle. Zum Ärger von Kleingeistern und Dogmatikern sind zahllose anarchistische Werke aktuell geblieben und bis heute in der Lage, neue Horizonte zu eröffnen. Libertäre aus vergangenen Zeiten haben damit Fundamente emanzipatorischen Denkens geschaffen, auf denen wir stehen, und ein Reflexions-Niveau erreicht, von dem wir nur profitieren können. Drei dieser Schätze wollen wir in dem Workshop vorstellen und für heute nutzbar machen:

  • Bakunins Spätwerk 'Staatlichkeit und Anarchie
  • 'Schwarz-Rot-Buch' der Gruppe Deutsche Anarcho-Syndikalisten im Spanischen Bürgerkrie
Freitag, 30. Oktober 2015, 19:00 Uhr

Johann Thun: Friedrich Hölderlin als Dichter der Anarchie

Im Vortrag werden anarchistische Tendenzen im Werk des Dichters Friedrich Hölderlin (1770-1843) herausgearbeitet und zur Diskussion gestellt. Auszüge aus seinen Werken werden hierbei als herrschafts-und staatskritische Texte gelesen, unter anderem das kollektiv verfasste 'Systemprogramm des deutschen Idealismus', der Briefroman 'Hyperion', das Dramenfragment 'Der Tod des Empedokles' und verschiedene Gedichte des Autors. Darüber hinaus wird die libertäre Hölderlin-Rezeption dargestellt am Beispiel von Gustav Landauers Vortrag 'Friedrich Hölderlin in seinen Gedichten' (1921) und D.E. Sattlers 'Frankfurter Hölderlinausgabe', welche diesen auch zu dem Essay 'Thesen zur Staatenlosigkeit' inspirierte. (Vortrag mit Diskussion)

Der Bibliotheksraum
Freitag, 6. November 2015, 18:30 Uhr

Bibliothek der Freien

Vorstellung der Bibliothek

Die Vorstellung der Bibliothek durch eine/n Mitarbeiter/in gibt allen Interessierten einen Einblick in unser langjähriges Bibliotheksprojekt, sowie einen Überblick und eine Orientierung über die Bestände (Bücher, Archivalien, Zeitschriften, etc.) von Deutschlands größter libertärer Sammlung und vieles mehr.

Freitag, 13. November 2015, 19:00 Uhr

"Ordnung muss sein, sprach der Anarchist"

Günter Bruno Fuchs und die Kreuzberger Boheme der 50er und 60er Jahre.
Kleine vergessene Kulturgeschichte des Ungehorsams

In den 1950er Jahren entstand in Kreuzberg ein Künstler-Milieu, das schnell als Bürgerschreck verschrien war. Die "Bösen Buben, unakademischen Marodeure, Störenfriede" (R.W. Schnell) hausten in zusammengeflickten Ruinen, ihre Bilder und Verse hingen an Brandmauern und ihre Hilfsmittel waren alte Handpressen und rumpelnde Druckmaschinen. Den West-Berliner Bürgern der aufstrebenden Wirtschaftswunder-Zeit war dieses Milieu geniale Überlebenskünstler suspekt. Im Gegensatz zur Idylle aus heiler Welt und Heimatfilm-Ästhetik spiegelten sie eine gesellschaftliche Wirklichkeit, mit der sie die Wut der Spießer und die Repression der Polizei auf sich zogen. Am Beispiel von Günter Bruno Fuchs und seinen Freunden soll an die Kreuzberger Nachkriegs-Boheme erinnert werden, aus der später der Mythos Kreuzberg entstanden ist, während die Verdrängung von Freiräumen bis heute unvermindert anhält. (Vortrag und Diskussion)

Foto von Karin und Bernd Kramer (1992)
Freitag, 27. November 2015, 19:00 Uhr

Erinnerung an Karin und Bernd Kramer

Der Karin Kramer Verlag ist der traditionsreichste Verlag des deutschsprachigen Anarchismus. Sein 'Geheimnis' ist die einzigartige Kombination zweier Verlegerpersönlichkeiten: Karin und Bernd Kramer. Mit ihrem Verlag wirkten sie nicht nur über Jahre hinweg als anarchistische Inspirationsquelle und Gravitationszentrum für politische Dissidenz - ihnen ist es auch gelungen, trotz scharfer politischer Anfeindungen und wirtschaftlicher Bedrängnisse den Verlag immer wieder um die harten Klippen des Überlebens zu navigieren. Mit Erinnerungen und Texten soll an einen anarchistischen Verlag erinnert werden, der uns über Jahrzehnte freundschaftlich verbunden war. (Beiträge und Diskussion)

Der Bibliotheksraum
Freitag, 4. Dezember 2015, 18:30 Uhr

Bibliothek der Freien

Vorstellung der Bibliothek

Die Vorstellung der Bibliothek durch eine/n Mitarbeiter/in gibt allen Interessierten einen Einblick in unser langjähriges Bibliotheksprojekt, sowie einen Überblick und eine Orientierung über die Bestände (Bücher, Archivalien, Zeitschriften, etc.) von Deutschlands größter libertärer Sammlung und vieles mehr.

Freitag, 11. Dezember 2015, 19:00 Uhr

Der widerspenstige Held.

Arbeiterproteste in der Sowjetunion

Der "sozialistische Held der Arbeit" war die ideologische Leitfigur des Staatskommunismus: Er sollte das Unmögliche leisten und die Produktion auf über 300% Prozent steigern. Adolf Hennecke in der DDR und Alexej Stachanow in der Sowjetunion wurden zu solchen "Helden der Arbeit" stilisiert, welche die Fabrik zum Kriegsschauplatz erklärten und durch NormÜbererfüllung "Produktionsschlachten" schlugen. Hintergrund der Propaganda bildete die Einführung militarisierter Arbeits- und Produktionsmethoden, mit denen das brutale Fabrik-Regime des Kapitalismus auf die Spitze getrieben wurde. Statt ökonomischer Befreiung im Sozialismus sah sich die arbeitende Bevölkerung einem Terror aus entfesselter Fabrikproduktion, Normerhöhungen und Repression ausgesetzt, dem viele Menschen zum Opfer fielen. Gerade in der Sowjetunion kam es immer wieder zu spontanen Aufständen gegen die menschenverachtenden Lebens- und Arbeitsbedingungen.
Am Beispiel des Streiks von Nowotscherkask im Jahre 1962, der in einen Aufstand mündete, erinnert die Veranstaltung an die vergessenen Revolten in der Sowjetunion und an ihre Akteure, die wahren "Helden" ihrer Epoche. (Vortrag mit Diskussion)

 

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