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Selbstdarstellung

Wir über uns

Seit Dezember 1993 gibt es eine anarchistische Bücherei in Berlin, zunächst unter dem Namen BARBATA, seit August 1996 als Bibliothek der Freien.

Ziel der Bibliothek ist es, Publikationen zur anarchistischen Theorie und Praxis der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und auf diese Weise zur Kenntnis der libertären Ideen beizutragen, deren Relevanz und Aktualität gerade in Deutschland noch immer unterschätzt wird.

Warum ›Bibliothek der Freien‹?

Die Berliner Freien Die Zeichnung der Berliner Freien wurde angefertigt von F. Engels

Die Berliner Freien Mit unserem Bibliotheksnamen lehnen wir uns an den Kreis der Berliner Freien an, der vor gut 160 Jahren, in der Zeit des deutschen Vormärz, als Brennpunkt radikal-freiheitlichen Oppositionsgeistes auch weit über die Stadtgrenzen hinaus Berühmtheit erlangte.

Die bevorzugten Treffpunkte dieses lockeren politischen Debattierklubs befanden sich im Zentrum des alten Berlin, also nicht weit vom heutigen Standort unserer Bibliothek entfernt. Vorzugsweise der Rote Salon des Café Stehely am Gendarmenmarkt und die Hippelschen Weinstuben in der Friedrichstraße wurden von den Freien frequentiert. Hier versammelten sich in den Jahren von 1840 bis 1849 allabendlich Männer und Frauen aus jener unruhig-kritischen und respektlosen Generation, die im Deutschland der 1830er Jahre herangewachsen war.

Hintergrund und Nährboden der ausufernden Debatten und hitzigen Auseinandersetzungen waren unter anderem die Ideen der Französischen Revolution von 1789 und besonders der sog. Linkshegelianismus, der in diesen Jahren das philosophische Terrain darstellte, auf dem die radikalen Denker jener Zeit ihre Waffen gegen die Autorität in Staat und Kirche schmiedeten.

Die bedeutendsten Linkshegelianer gingen bei den Berliner Freien ein und aus. Die Gebrüder Bruno und Edgar Bauer waren dort ständige Gäste, ebenso der Anarchist Max Stirner oder Friedrich Engels in seinen Berliner Jahren. Fortschrittliche Publizisten, oppositionelle Dichter und Studenten, kritische Köpfe aller Couleur gaben sich hier ein Stelldichein. Auch für emanzipierte Frauen wie z.B. Karoline Sommerbrodt, Louise Aston oder Marie Dähnhardt besaß der Kreis der Freien Anziehungskraft. Gleichberechtigt nahmen sie ihren Platz an der fröhlichen Tafelrunde ein. Getragen wurden die oft happeningartigen Zusammenkünfte von einem freimütigen Klima antiautoritärer Geselligkeit.

Wenn auch nur ein knappes Jahrzehnt im Brennpunkt der Öffentlichkeit stehend, markieren die Berliner Freien doch eine jener radikal-freiheitlichen Traditionslinien, an denen die politische Kultur in Deutschland leider so arm ist. So schien es uns sinnvoll, mit dem Namen Bibliothek der Freien ganz bewußt einen historisch-lokalpolitischen Bezug herzustellen; auch im Interesse eines libertären Regionalismus, der sich freiheitlichen Traditionen vor Ort verbunden fühlt und an diese anzuknüpfen sucht.

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